Wer in die USA auswandert, trifft schnell auf drei eng verzahnte Finanzthemen: das US-Steuersystem, die passende Steuernummer und das erste US-Bankkonto. Wir erklären hier die Grundlogik und die typischen Stolperfallen – als Orientierung, nicht als individuelle Steuerberatung.
Das US-Steuersystem tickt anders
Die USA besteuern das weltweite Einkommen ihrer Steueransässigen – nicht nur die US-Einkünfte. Ob du überhaupt als steuerlich ansässig giltst, hängt von Visum, Aufenthaltsdauer und Status ab und entscheidet, welches Bild sich für dich ergibt.
- Die Sales Tax ist nicht im Preisschild enthalten, sondern kommt an der Kasse dazu.
- Sie unterscheidet sich je nach Bundesstaat und Ort.
- Dein Status (Resident oder Non-Resident) verändert, was und wie viel du erklären musst.
EIN, ITIN, SSN: drei Nummern, nicht eine
Diese drei Nummern werden ständig verwechselt, meinen aber Verschiedenes: Die SSN ist die persönliche Nummer für Arbeitsberechtigte, die ITIN eine Steuernummer für Steuerpflichtige ohne SSN-Anspruch, die EIN die Nummer fürs Unternehmen. Welche du wirklich brauchst, hängt von Visum und Vorhaben ab – und oft ist eine ITIN entbehrlich, weil SSN oder EIN sie ersetzen.
Wann welche Nummer sinnvoll ist und wie sie mit deiner Firmenstruktur zusammenspielt, gehört zur Planung – Details dazu und zur Gesellschaftsform liest du im Ratgeber zur LLC-Gründung in den USA.
Doppelbesteuerung will geplant sein
Deutschland und die USA haben ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), das verhindern soll, dass dasselbe Einkommen zweimal besteuert wird. Der Schutz greift aber nur bei korrekter Struktur – eine falsch eingeordnete LLC oder unklare Ansässigkeit kann im schlimmsten Fall zur vollen Doppelbesteuerung führen.
- Betroffen sind alle mit Einkünften oder Firmen in beiden Ländern.
- Entscheidend sind Timing und die richtige Reihenfolge beim Wechsel.
- Auch deutsche Rente, ETFs und Depots gehören früh auf den Prüfstand.
Die konkrete Gestaltung gehört in fachliche Hände – wir begleiten dich dabei und ordnen ein, worauf es in deinem Fall ankommt.
Bankkonto und Credit Score
Ein US-Konto ist im Alltag praktisch unverzichtbar – für Gehalt, Miete und den Aufbau eines Credit Scores, der über Wohnung und Finanzierung entscheidet. Gleichzeitig kündigen viele deutsche Banken wegen US-Meldepflichten (FATCA) Konten von US-Steuerpflichtigen, weshalb sich eine durchdachte Kontenstrategie vor dem Umzug lohnt.
- Sorg früh für eine expat-freundliche Bankverbindung.
- Plan die Übergangszeit, in der du noch kein US-Konto hast.
- Bau den Credit Score von Anfang an bewusst auf.
Wie das in einen realistischen Zeitplan passt, zeigt unser Leitfaden zum Auswandern in die USA.
Häufige Fragen
Brauche ich als E-2-Visum-Inhaber eine ITIN? Meist nicht – nach der Einreise ersetzen SSN und EIN sie in der Regel. Ausnahmen gibt es, etwa wenn Kinder als dependents angegeben werden sollen.
Warum kündigt meine deutsche Bank mein Konto? Grund ist meist FATCA. Richte deshalb frühzeitig eine expat-freundliche Bankverbindung ein – bei Fragen zu deiner Situation erreichst du uns über die Kontaktseite.